Zur Landkarte Bistum

Informationen

Gemeinden der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Landau

Landau St. Maria

mehr Infos


Landau St. Albert

mehr Infos


Mörlheim

mehr Infos


Mörzheim

mehr Infos


Queichheim

mehr Infos


Wollmesheim

mehr Infos

Kirche in Landau

Zur Zeit der Verleihung der Stadtrechte an Landau durch König Rudolf von Habsburg am 30. Mai 1274 war für die Einwohner Landaus Queichheim die Mutterpfarrei. 1276 schenkte Graf Emich IV. von Leiningen den Augustiner-Chorherren aus Obersteigen im Elsass, die sich in Landau angesiedelt hatten, einen Bauplatz für ein Kloster und ein Krankenhaus. Das neu gegründete Kloster erhielt den Namen "monasterium s. Mariae ad scalas" (Kloster St. Maria 'von den Leitern'). Die Mönche wurden "Steigerherren" genannt.

1279 wurde Landau von der Pfarrei Queichheim unabhängig und Sitz einer selbständigen Pfarrei, welche die "Steigerherren" übernahmen. Im gleichen Jahr erteilte der Speyerer Bischof Friedrich von Bolanden dem Grafen Emich die Erlaubnis, für die Einwohner seiner neuen Stadt eine Pfarrkirche zu errichten. Bereits dreißig Jahre später erwies sich diese als viel zu klein. Und so konnte am Himmelfahrtstag (13. Mai) des Jahres 1333 Titularbischof Albert von Hippus das neue Gotteshaus - die heutige Stiftskirche - zu Ehren der Jungfrau Maria weihen.

Während der Reformationszeit wurde die Stiftskirche simultan: den Stiftsherren (katholisch) verblieb der Chorraum, den Lutheranern wurde das Langhaus zugeteilt. 1650 erklärten die Franzosen als Stadtherren die ganze Kirche als simultan, so dass die beiden Konfessionen die gesamte Kirche benutzen konnten. Die Misslichkeiten des Simultaneums waren von Katholiken wie Lutheranern schwer zu ertragen. Bereits 1837 war der Wunsch nach Ablösung des Simultaneums geäußert worden, doch lehnte das zuständige Ministerium in München die diesbezügliche Eingabe ab.

Stiftskirche mit katholischer Gottesdiensteinrichtung (1890)
Stiftskirche mit katholischer Gottesdiensteinrichtung (1890)

1868/69 bemühten sich die beiden Landtagsabgeordneten Gelbert und Louis von Landau, die ehemalige, nun als Zeughaus verwendete Augustinerkirche als protestantische Kirche zu erhalten. Auch seitens des Bischöflichen Ordinariats Speyer vertrat man die Meinung, dass die Stiftskirche den Katholiken und die Augustinerkirche den Protestanten überlassen werden sollte. Die Landauer Katholiken zogen schon Ende der sechziger Jahre einen Kirchenneubau in Erwägung, jedoch war wegen der Festung, die eine Ausdehnung der Stadt verhinderte, kein geeigneter Bauplatz vorhanden.

Nach der Schleifung der Bundesfestung 1872 wuchs die Bevölkerung rasch an. Eine Entscheidung bezüglich der Kirchenfrage wurde immer dringlicher und zähe Verhandlungen folgten. Erst zwanzig Jahre später konnte per Losverfahren und Versteigerung eine Entscheidung getroffen werden: Die Protestanten boten für das von beiden Seiten favoritisierte Los (Stiftskirche) 54.000 Mark und somit mehr als die Katholiken, die daraufhin das zweite Los erhielten (Versteigerungssumme + profanisierte Augustinerkirche, die es dann zu renovieren galt + Bauplatz am Kaiserring [heute Marienring]).

(aus: Hans Ammerich, Der Weg der Landauer Katholiken von der Stiftskirche nach St. Maria - erschienen in der Festschrift "1911-2011 100 Jahre Marienkirche Landau/Pfalz")

 

Renovierung der Augustinerkirche sowie Planung und Bau der Marienkirche

Nach der Ablösung des Simultaneums wurde zunächst die Renovierung der Augustinerkirche vorgenommen. Am 16. Juli 1893 wurde sie wieder benediziert. Während der Renovierung der Stiftskirche 1897/98 wurde sie auch von den Protestanten benutzt. Da die Augustinerkirche für die wachsende Pfarrgemeinde nicht mehr genügend Platz bot, begann man damit, den Kirchenneubau auf dem Bauplatz am Kaiserring zu verwirklichen zweifelsohne ein schwieriges Unterfangen, wenn man bedenkt, dass die Bausumme 739.172 Reichsmark betrug, eine bei dem damaligen Geldwert immense Summe. Durch die Renovierung der Augustinerkirche war die Ablösungssumme von 54.000 Mark aufgebraucht. Der Kirchenbau musste aus eigenen Mitteln, ohne wesentliche staatliche Zuschüsse finanziert werden. Bereits 1885 war ein Kirchenbauverein gegründet worden. Gelder sollten auch durch zwei Lotterien eingespielt werden, doch entsprach der Ertrag, bei der ersten Lotterie waren es 54.000 Mark, bei der zweiten 11.000 Mark, nicht den Erwartungen. Der Hauptteil der Bausumme wurde deshalb durch die Kultusumlage aufgebracht. Neben der ordentlichen Umlage wurde seit 1894 noch eine außerordentliche Steuer von 10% erhoben. Seitens des Staates war 1908 genehmigt worden, dass diese Umlage auf 15% der Staatssteuer erhöht werden sollte, ab 1912 auf 18%. Trotz der großen Belastung für die katholische Bevölkerung kamen durch Spenden große Summen für den Kirchenbau zusammen.

Lotterie 1896
Lotterie zur Finanzierung der Marienkirche 1896
Lotterie 1899
Lotterie zur Finanzierung der Marienkirche 1899
Urkunde im Grundstein
Urkunde im Grundstein der Marienkirche 1908

Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland erleichterte es, die großen Bauschulden abzutragen. Der Finanzierungsplan sah ursprünglich vor, dass die Amortisation des großen Bankdarlehens von 310.000 Mark bis zum Jahr 1964 zu geschehen hätte. "Da kam nun die große Geldentwertung. So war es schon 1920 leicht gefallen, auf das Drängen der Städtischen Sparkasse Elberfeld das Darlehen in eine Obligationsanleihe umzuwandeln. Die Landauer Katholiken haben die Obligationen übernommen. Der Kirchengemeinde fiel es dann leicht, die verhältnismäßig geringe Aufwertung zurückzuzahlen, bzw. viele haben überhaupt auf eine Aufwertung verzichtet. So war mit dem Jahre 1925 die finanzielle Seite des Kirchenbaues bereinigt". [Albert Weigel (Hg.), Landau St. Maria. Die Marienkirche Landau/Pfalz …]

(aus: Hans Ammerich, Der Weg der Landauer Katholiken von der Stiftskirche nach St. Maria - erschienen in der Festschrift "1911-2011 100 Jahre Marienkirche Landau/Pfalz")

Anzeige

Anzeige